Untersucht man die Bedingungen, die in den Ländern Europas und Latein Amerikas sowie im fernöstlichen Japan dem Faschismus einen fruchtbaren Boden bereiteten, dann findet man erstaunliche Ähnlichkeiten. Im allgemeinen nutzte der Faschismus Chaos und Instabilität eines Landes aus, um bei der Bevölkerung akzeptiert zu werden und stellte sich als eine Errettungs-Ideologie vor. Nachdem der Faschismus an die Regierung kam, hielt er die Bevölkerung durch methodische Unterdrückung unter Kontrolle.
Fruchtbarer Boden für den Faschismus
Nach dem 1. Weltkrieg bestand die Bevölkerung vor allem aus Witwen und Waisen. Die Menschen trauerten um die Nächsten, die sie verloren hatten und litten unter materiellen und seelischen Schwierigkeiten. Die Bevölkerung sehnte sich nach den alten Tagen voller Pracht und Würde. |
Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts gewann dieses Gefühl an Stärke. Sehnsuchtsvoll und voller Nostalgie erinnerte man sich an das große Italien, das Römische Reich, und erhob Anspruch auf die Gebiete des alten Rom. Außerdem empfand man Rivalität mit den Weltmächten und hoffte eines Tages zu diesen zu gehören. Die Italiener wollten zu den starken Ländern wie Frankreich, England und Deutschland zu gehören.
DAS BITTERE ENDE DES 1. WELTKRIEGES Der große Krieg zwischen 1914-1918 vernichtete Europa. 10 Millionen Menschen verloren im Krieg ihr Leben und Millionen von Menschen durchlebten eine Krise. Vor allem Deutschland, das den Krieg verloren hatte, begab sich auf die Suche nach “Rettung”. Der Faschismus benutzte diese Gelegenheit. |
Der Faschismus in Spanien fand eine ähnliche Basis vor. Der Verlust der Kolonien auf dem amerikanischen Kontinent zu Beginn des 19. Jahrhunderts führte in Spanien zu einem großen Einbruch des Selbstwertgefühls. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Spanien ein Land am Rande des Abgrunds. Die Wirtschaft lag am Boden und die Privilegien der Adeligen führten zu immensen Ungerechtigkeiten. Die spanische Bevölkerung empfand eine große Sehnsucht nach dem starken Spanien der Vergangenheit.
Ein weiteres Land, das vom Faschismus beeinflußt wurde, war Japan. Die Verbreitung marxistischen Gedankenguts unter den Jugendlichen Japans verursachte in der Oberschicht große Beunruhigung. Allerdings wurde man auf der Suche nach Auswegen nicht fündig. Die sozialen Veränderungen waren beängstigend für eine der Tradition fest verbundenen Gesellschaft. Die familiären Bindungen lockerten sich, die Scheidungsrate stieg, den Alten trat man nicht mehr mit der gewohnten Achtung gegenüber, Sitten und Tradition verfielen, Egoismus machte sich breit und die Degeneration der Jugendlichen vergrößerte sich. Der Anstieg der damit zusammenhängenden Selbstmordrate war augenfällig. In diesem Zustand erschien die Zukunft der Gesellschaft nicht gerade in einem strahlenden Licht. All diese Faktoren ließen in der Bevölkerung eine Sehnsucht nach der Vergangenheit entstehen. Der nostalgische Wunsch der Gesellschaft nach Rückkehr in die Vergangenheit und die Wiederbelebung der glorreichen alten Zeit wurden zur Falle, in die die Bevölkerung auf dem Übergang zum Faschismus ging.
Gleichzeitig darf die Gefahr des Kommunismus, der zu dieser Zeit die Welt bedrohte, nicht gering geschätzt werden. Vielleicht haben zahlreiche Länder, um nicht Sklave einer unbarmherzigen, blutigen und unterdrückerischen Ideologie zu werden, den Faschismus gewählt, weil sie dachten, er sei das kleinere Übel und wurden, indem sie vor einer Gefahr davonzulaufen versuchten, von der anderen eingeholt.
DER TEUFELSKREIS DER DARWINISTISCHEN IDEOLOGIE: FASCHISMUS GEGEN KOMMUNISMUS Die deutsche Bevölkerung versammelte sich vor dem Gebäude der Deutschen Kommunistischen Partei um gegen diese zu protestieren; davor SA Einheiten. Als der Faschismus aufkam, wurde die Welt gleichzeitig von der Gefahr des Kommunismus bedroht. Zahlreiche Länder fanden die Rettung vor dem blutigen und unterdrückerischen Regime des Kommunismus in der Unterwerfung unter den Faschismus. Auf diese Weise gingen sie der einen Gefahr in die Falle, als sie vor der anderen davonzulaufen versuchten. |
Hilflose Opfer des Faschismus
Diese Massen, die sich in einer Sackgasse wähnten und nach einer einfachen Lösung suchten, hingen an den faschistischen Führern wie an einem Rettungsanker. So schreibt Eric Hoffer in seinem Buch ”Kesin Inanclilar” (Die wahren Gläubigen):
“Die Menschen müssen unzufrieden ein mit der rapiden Veränderung der Ordnung, jedoch nicht überaus arm. Sie müssen auserdem glauben, dass sich für sie mit einer neuen Lehre, einem unfehlbaren Führer oder einer neuen Technik die Türen zu einer unendlichen Kraftquelle auftun. Gleichzeitig müssen sie einem übertriebenen Glauben an Zukunftsversprechungen und Möglichkeiten anhängen. Und schließlich dürfen sie keine Ahnung von den Problemen haben, die sie erwartet, wenn sie den großen Sprung nicht erfolgreich schaffen.”34
Untersucht man die Bedingungen, die in der Zeit vor dem Faschismus vorherrschten, dann erkennt man, dass sich die Bevölkerungen genau in einer solchen Verfassung befanden.
Mussolini organisierte seine faschistischen Anhänger in paramilitärischen Einheiten, die “Schwarzhemden” genannt wurden. |
Am 29. Oktober 1922 marschierten unter dem Befehl von 6 Generälen 50.000 Faschisten in Rom ein. Der König, der sich sehr wohl der Hoffnungslosigkeit von Wiederstand bewußt war, beauftragte Mussolini mit der Bildung einer Regierung. Schließlich hielten die italienischen Faschisten die Macht in ihren Händen. Nach einer Weile ließ Mussolini alle politischen Parteien abschaffen. Die Anführer der Oppositionsparteien flohen zum Teil ins Ausland, zum Teil wurden sie ins Gefängnis geworfen.
DER PUTSCH VON MUSSOLINIS SCHWARZHEMDEN Am 29. Oktober 1922 marschierten unter der Führung von Mussolini 50.000 faschistische Milizen unter dem Kommando von sechs Generälen in Rom ein. Auf den Spruchbändern ist zu lesen “Entweder Rom oder der Tod”. Auf der linken Abbildung sind die Milizen Einmarsch in Rom zu sehen. An dem Marsch nahmen zahlreiche Menschen teil, und die Slogans über der Rückkehr der alten prachtvollen Tage hinterließen großen Eindruck bei den ungebildeten und hoffnungslosen Volksmassen. Deshalb wurde der Faschismus als Retter gesehen. Der italienische König konnte sich nicht gegen den faschistischen Pöbel stellen, der in Rom einmarschierte und übertrug die Aufgabe der Regierungsbildung Mussolini. Der Chef der Schwarzhemden, Italo Balbo. |
Die Nazibewegung, die in den 1920er Jahren entstanden war, beging in diesen Jahren ihre erste Gewalttat mit dem Attentat im Bierkeller. Unten die Verantwortlichen des Attentates. |
Am 30. Januar 1933 wurde Hitler von Reichspräsident Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. |
Franco dagegen kam in Spanien nach einem blutigen Bürgerkrieg an die Macht. Die Heere Francos, die von Hitler und Mussolini unterstützt wurden, eroberten Spanien nach einem langen und erbarmungslosen Krieg gegen die Kommunisten. Daraufhin errichtete Franco ein äußerst unterdrückerisches Regime und lenkte das Land mit eiserner Faust bis 1975.
Die Massen der Nazifeiern, die offiziellen Aufmärsche und der Prunk wurden organisiert, um auf die ungebildeten Volksmassen einzuwirken und eine mit Angst gemischte Bewunderung hervorzurufen. Der Faschismus spricht nicht den Verstand, sondern die Gefühle an. |
Adolf Hitler schrieb in seinem Buch Mein Kampf: “Die Propaganda ist eine starke Waffe und muß entsprechend ihrer Zielsetzung bewertet werden. Ist das Ziel der Kampf um das Leben des deutschen Volkes, dann ist die grausamste Waffe gerade die humanste. Propaganda hat auf einem solchen Niveau zu sein, dass es auch noch der Beschränkteste versteht.”35
Tatsächlich benutzte Hitler die Propagandawaffe äußerst wirkungsvoll. Zum Beispiel ließ er die berühmte Regisseurin Leni Riefenstahl Propagandafilme drehen. In dem Film “Thriumpf des Willens” zum Beispiel wird Hitler geradezu als heilige Person dargestellt. In all diesen Filmen wird die heidnische Ideologie der Nazis gepriesen.
Nicht nur Hitler, sondern alle Faschisten benutzten die Waffe der Propaganda meisterhaft und schafften es, die Bevölkerung zu lenken. Mussolini sagte öffentlich:
Für mich sind die Massen, solange sie unorganisiert sind, nichts als eine Herde Schafe... Der römische Gruß, die Gesänge und Parolen... sind ganz wesentlich, um die Flammen des Enthusiasmus anzufachen, der eine Bewegung am Leben erhält... Alles hängt ab von jemandes Fähigkeit, die Massen zu kontrollieren wie ein Dompteur.36
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In der Mitte der Propagandaminister Joseph Goebbels. |
Die erste dieser Feiern fand am 10. Mai 1933 statt. Deutsche Studenten versammelten sich in Berlin und anderen deutschen Städten und verbrannten Bücher mit “nicht-deutschem Gedankengut. Tausende von Büchern wurden beim Nazigruß, und dem Absingen von Naziliedern ins Feuer geworfen.
Joseph Goebbels, der Propagandchef der Nazis, wandte sich in Berlin mit einer Rede an die Studenten:
Aufruf zur Bücherverbrennung in der deutschen Jugendzeitung |
Die Bücherverbrennung ist der deutlichste Indikator der faschistischen Herrschaft: Ein faschistischer Staat erlaubt nur das Erlernen der eigenen Ideologie. Außer dieser hat niemand irgend einer anderen Idee anzuhängen. Wegen einer Idee werden die Menschen entweder bestraft, ihre Bücher verbrannt oder sie selbst werden zum Schweigen gebracht. Die Individuen werden nur als ein Mittel betrachtet, um der staatlichen Ideologie zu dienen. Wird diese Ideologie nicht übernommen, erreicht man das Gewünschte durch Anwendung von Zwang.
Aus diesem Grund wurde das Erziehungssystem vollkommen auf die Ideologie des faschistischen Staates ausgerichtet. In Artikel 20 der Grundprinzipien des Nationalsozialismus ist von der Änderung des gesamten Erziehungssystems die Rede. Diese Änderung ist natürlich im Sinn des Nationalsozialismus. Ab dem Grundschulalter wurden die Kinder von allen moralischen Werten und menschlichen Gefühlen entfernt erzogen, um das Entstehen von Güte und Barmherzigkeit zu verhindern. Die Erziehung geschah nach den Prinzip, dass der Starke stets recht hat. Die Kinder wurden in dem Glauben gelassen, dass rohe Gewalt notwendig sei, um ans Ziel zu kommen. Die Organisation für Jugendliche im Alter von 10-18 Jahren war die “Hitlerjugend”. Alle Jugendliche, die sich der Hitlerjugend anschlossen, wurden ermahnt, in ihrem Alltagsleben wachsam zu sein und Oppositionelle auszuspionieren. Dabei verrieten manche auch ihre eigenen Eltern. Die Hitlerjugend wuchs stetig an und 1935 waren 60% aller Jugendlichen Mitglied der Hitlerjugend.
DIE BÜCHERVERBRENNUNGEN Der faschistische Staat erlaubt nur das Lesen und Lehren der eigenen Ideologie. Aus diesem Grunde ist das Verbrennen von Büchern das offensichtlichste Kennzeichen der einer faschistischen Regierung. Im Nazideutschland wurden die Bücher bei speziellen Veranstaltungen verbrannt. Hier sieht man Berliner Studenten bei der kollektiven Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933. |
Mussolini, der sich mit enormem propagandistischen Aufwand bemühte heilig und unfehlbar zu erscheinen, war in Wirklichkeit eine instabile Person mit kranker Seele. Seine psychischen Probleme spiegeln sich in seinem Gesicht wieder. |
Die faschistische Propaganda hatte auch kleine Kinder im Visier. Auf dem obigen Aushang steht: “Benito Mussolini liebt die Kinder sehr, und die Kinder Italiens lieben den Duce sehr. Lang lebe der Duce: Für uns” Vergleichbare Aushänge befanden sich in allen Schulen im Italien Mussolinis. |
In ähnlicher Weise wurde Mussolini in Italien als ein erwählter und beauftragter Mensch dargestellt, der über außerordentliche Fähigkeiten verfügte. Mussolini gab den von ihm erlassenen Befehlen und Mitteilungen den Namen “10 Gebote”. Der achte Artikel lautete “der Duce hat immer recht”, was in den 20er und 30er Jahren zu einem in ganz Italien bekannten Schlagwort wurde.39 Beim Eintritt in die faschistische Jugendorganisation Balilla mußten die Jugendlichen schwören: “Ich glaube im Namen des Heiligen Vaters an den Faschismus... und an das Genie von Mussolini.”40
Eine weitere Methode um den faschistischen Führer heilig erscheinen zu lassen, war das Aufstellen von Standbildern und riesigen Postern des Führers überall im Land. Damit wird eine große psychologische Wirkung auf die Menschen erzielt, die sich ständig unter Kontrolle und Gewalt des faschistischen Führers fühlen und glauben, jeden Moment von ihm beobachtet zu werden.
Hitler wurde als Volksheld dargestellt. Eine der wichtigsten Absichten hinter der Allgegenwart von Hitlerplakaten überall im Lande war die Suggestion, vom Führer beobachtet und gesehen zu werden. |
DIE SUGGESTION “HITLER SIEHT EUCH ÜBERALL” |
Grund für das Aufhängen der Poster faschistischer Herrscher ist in dem Gefühl zu sehen, überall vom Führer beobachtet zu werden. Auf diese Weise wurde eine “Angstgesellschaft” erzeugt. |
In allen diesen Abbildern stellte sich Mussolini als ein Mensch dar, der bei allem das Beste tut. Die Zeitungsseiten waren geschmückt mit Bildern, die ihn beim Fliegen zeigen, beim Hindernisspringen zu Pferde, beim Schwimmen, beim Skifahren in den Alpen, beim Fechten und in der Kleidung eines Fallschirmspringers.
Als Ergebnis dieser Propaganda standen sogar die engen Freunde Mussolinis stramm, wenn sie diesen besuchten. Auf diese Weise befriedigte er seinen eigenen Egoismus. Alten Bekannten bot er keinen Platz an, sondern ließ diese stehend lange Zeit warten.
PORTRAIT EINES PSYCHOPATHEN Nach einer Analyse von Psychiatern verfügte Hitler über eine instabile Persönlichkeit mit großen Komplexen. Die deutsche Propaganda zeigte ihn jedoch als den unfehlbaren Führer von ganz Deutschland. |
DAS MIT DER NAZIPROPAGANDA HYPNOTISIERTE VOLK ERKENNT DIE WIRKLICHKEIT NICHT MEHR |
Die Bevölkerung Nazideutschlands bewunderte Hitler, während sie die obigen Beweise für Völkermord und Folter ignorierte. |
Um die Massen zur faschistischen Ideologie hinzuführen, ist das wichtigste Element totalitärer Systeme die Überbetonung der Romantik. Menschen, die Begriffe und Ereignisse in ihrer Umgebung und der Geschichte gefühlsbetont bewerten, sind äußerst einfach zu lenken und zu Verbrechen zu benutzen. Wenn diese Menschen überzeugt werden können, dass die von ihnen erwarteten grausamen Verbrechen einem so heiligen Zweck wie der “Vorherrschaft der eigenen Rasse” dienen, dann erfüllen sie alle Forderungen. Faschistische Regime sind sich dieser Tatsache sehr wohl bewußt und bemühen sich, die Massen mit romantischem Eifer und gefühlsbetonter Agitation einzulullen. Sogenannte heilige Werte werden vorgelegt und den Menschen wird eingehämmert, ihr Leben zugunsten dieser Werte zu opfern, in deren Namen andere Menschen zu erniedrigen, zu foltern und zu töten.
Aus diesem Grund haben Massenveranstaltungen, Märsche, Versammlungen und Feiern in faschistischen Regimen große Bedeutung. Dadurch soll eine leicht beherrschbare Gesellschaft mit Herdencharakter entstehen. Symbole, Standbilder, Feierlichkeiten, Flaggen, Abzeichen und Uniformen entfernen die Menschen von der rechten Religion und führen dazu, dass sie diesen romantischen Eifer wie eine Religion leben. Mit großer Leidenschaft geben sie sich den faschistischen Idealen so hin, als ob sie mit Göttlicher Kraft beten würden. Wiederholt gerufene und geschriebene Schlagworter, Märsche und Grüße nehmen im faschistischen “Gottesdienst” einen wichtigen Bereich ein.
Hitler und sein Generalstab trugen stets Uniform und leiteten militärische Zeremonien. Ihr Ziel war, die deutsche Bevölkerung mit einer Kriegsatmosphäre vertraut zu machen und die Besetzungen des 2. Weltkrieges vorzubereiten. PRUNKVOLLE DEMONSTRATIONEN ZUR GEHIRNWÄSCHE Faschistische Regimes legen großen Wert auf Großdemonstrationen, Aufmärsche, Feiern, Symbole, Standbilder, Jahrestage, Flaggen und Abzeichen. Die Volksmassen werden mit Demonstrationen hypnotisiert und daran gehindert die Wahrheit zu sehen. |
BRUTALITÄT, DIE SICH HINTER DEMONSTRATIONEN VERSTECKT Seitlich: Nazideutschland legte großen Wert auf prunkvolle Äußerlichkeiten, um dem Volk Sand in die Augen zu streuen. Die Absicht der Regierung ist, das Volk die begangenen Grausamkeiten vergessen zu machen, es zu hypnotisieren und unter Kontrolle zu halten. Oben: Die Massengräber des nationalsozialistischen Völkermordes bieten ein Bild des Grauens. |
Das beste Beispiel hierfür ist das Nationalismusverständnis in der Verfassung der Republik Türkei. Dieses Nationalismusverständnis, das Atatürk beschrieb, ist frei von jeglichem Rassismus. Jedes Individuum, das in den Grenzen der Republik Türkei lebt, ist unabhängig von Sprache, Farbe und Rasse ein Mitglied der türkischen Nation. (Diesen klugen und zutreffenden Nationalismus hat Atatürk mit dem Ausdruck “Glücklich schätze sich, der sagen kann ‘ich bin Türke’” umrissen). Denn in der Türkei leben verschiedenen ethnische Gruppen, die alle Staatsbürger der Republik Türkei sind und die alle das gleiche Recht und die gleiche Freiheiten haben. Der Nationalismus von Atatürk ist nicht derjenige der Nationalsozialisten, die das Volk seiner Rasse entsprechend in verschiedene Lager aufteilten, sondern ganz im Gegenteil ein guter Nationalismus, der die unterschiedlichen Ethnien in Harmonie vereinigte.)
Die “Blutfahne” war bei jeder Nazifeierlichkeit das heiligste Symbol. Die Nazis berührten Tausende von Fahnen mit der Blutfahne und glaubten, dass deren Heiligkeit auf die anderen Fahnen übergeht. |
IMAGINÄRE FEINDE, IMAGINÄRE KOMPLOTTS |
Einer der Presseberichte, die die Paranoia vor äußeren Feindes schüren und die Franzosen als Feinde der Deutschen darstellen sollten. |
STAATSTERROR GEGEN DAS VOLK |
Eine der wichtigsten Besonderheiten des faschistischen Staates ist das mangelnde Vertrauen in die eigene Bevölkerung. Da man der Ansicht war, Gehorsam und Bindung nur durch Angst und Unterdrückung erreichen zu können wurden Geheimpolizei und Nachrichtendienste gegen die eigene Bevölkerung benutzt. Hunderttausende von Morden, begangen von der Gestapo der Nazis, sind ein historischer Beweis für die Dimension der Paranoia faschistischer Regimes. |
Ein Propagandaposter, das Italien als an das Mittelmeer gekettet darstellt. |
“Die unteren Ränge der Nationalsozialistischen Partei ließ man in dem Glauben, ständig unter Kontrolle zu stehen und flößte ihnen ununterbrochen Angst ein. Die Furcht vor dem Nachbarn, dem Freund und sogar den Verwandten wurde zur Regel in der Massenbewegung. Von Zeit zu Zeit wurden unschuldige Menschen angeklagt und geopfert um den Mechanismus am Laufen zu halten.”42
Wurzel dieser Grausamkeiten sind in der Philosophie des Faschismus zu suchen; denn die Bevölkerung wird, wenn sie nicht unter Kontrolle steht, das Regime versuchen abzuschütteln. Der einzige Weg, um die Bevölkerung Gehorsam zu lehren, ist das Ausüben von Druck. Einer der wichtigsten Befürworter dieser Idee ist der französische Philosoph George Sorel (1847-1922), der inbesondere Mussolini stark beeinflußte. Sorel war der Ansicht, dass die Bevölkerung von Natur aus dekadent ist und zur Unordnung neigt. Um dem vorzubeugen, muß Gewalt angewendet werden, was wiederum ein totalitäres System notwendig macht.
Die faschistische Paranoia gibt es immer noch. Denn Verdächtigungen steckten hinter der Ermordung der nächsten Verwandten von Saddam Hussein. Als Saddam 1979 den Präsidenten Ahmad Hassan el Bakr stürzte, ermordete er zahlreiche Parteigänger der Baath Partei, deren Mitglied er selbst war. Man sagt, dass ein Kriterium für die Morde der Schaden sei, den diese Personen in Zukunft seiner Familie zufügen könnten. Die Mörderbande, von Saddam persönlich gegründet, besteht aus ausgewählten Psychopathen. Mit diesem Team wurde im Stil der Nazi-SS eine eigene Nachrichteneinheit aufgebaut. Saddam zeigte diesem Team das Video vom Sturz und der Hinrichtung des rumänischen Diktators Ceausescu, und ermahnte es, ihre Arbeit ernst zu nehmen, da ihnen sonst das gleiche passieren würde.43
Die deutschen Kriegführer sind nichts anderes als Wissenschaftler, die die klare Wissenschaft der Mathematik, die für das Töten von Menschen von Nutzen ist, ohne Unterlaß ausprobieren. Jeder einzelne ist als Mathematiker, Ingenieur und Chemiker dazu ausgebildet, die verzwicktesten Probleme zu lösen. Hierbei hat Kunst oder sonstige Einbildungskraft nichts verloren. Für sie ist der Krieg angewandte Physik. Die deutschen Soldaten sind psychologisch ausgebildet um Köpfe abzureißen und zu häuten. Sie sind bezahlte Soldaten, die außer Mord keine andere Aufgabe haben. Sie betrachten sich selbst als die härtesten und unbarmherzigsten Menschen dieser Welt.44
Die Schlägertruppen des Faschismus
Faschistische Regimes motivieren die Bevölkerung auf der einen Seite mit ideologischer Gehirnwäsche, auf der anderen Seite bestrafen sie diese mit Terror. Hierfür werden besondere Terrororganisationen gegründet. SA, SS und Gestapo der Nazis waren deren typische Vertreter. Oben: Die SS- Totenkopfdivision – hier die Uniformabzeichen – war berühmt für ihre Grausamkeit Links: Sepp Dietrich, General der SS-Panzerdivision. |
Auch Mussolini gründete Konzentrationslager ähnlich denen der Nazis. Von den 35.000 Personen, die Mussolini dort festhielt, wurden 18.000 ermordet. |
Mit dem Ende des 2. Weltkrieges kamen die Grausamkeiten ans Tageslicht, die die Nazis in den Konzentrationslagern angerichtet hatten. Millionen von unschuldigen Menschen wurden aufgrund ihrer Rasse und Gedanken von den Nazis zur Zwangsarbeit verpflichtet und dann Hunger und Tod überlassen. Diese Brutalität zeigt das Ausmaß der Katastrophe, in die der Darwinismus die Welt geführt hatte. |
Die Gewaltaktionen der Nazis wurden von eigens zu diesem Zweck aufgebauten Organisationen ausgeführt. Die erste, die 1920 gegründete SA (Sturmabteilung) wurde 1921 eine paramilitärische Truppe. In der SA befanden sich überwiegen verkrachte Existenzen, Straßendiebe. Die Truppe, an deren Spitze der für seine homosexuellen Neigungen bekannte Psychopath Ernst Röhn stand, war als “Die Braunhemden” bekannt. Um das Erstarken der Nationalsozialistischen Partei zu unterstützen, beging die SA in den 20er Jahren zahllose Übergriffe. Die SA Einheiten erledigten die letzten Übergriffe auf Oppositionelle der Nazis, waren bekannt für ihre Brutalität bei blutigen Straßenkämpfen und folterten Oppositionelle. Hitler war stolz auf die Brutalität der SA. In seinem Buch Mein Kampf beschreibt er einen erfolgreichen Angriff auf Nazigegner:
Als ich die Lobby des Hofbräuhauses betrat war es ein Viertel vor Acht und ich war fest entschlossen die Sabotage auszuführen... Der Saal war sehr voll... Ich schloß die Türen leise und gab meinen Männern das Zeichen bereit zu sein. Sie waren fünfdundvierzig oder sechsundvierzig Personen... Sie waren von der Sturmabteilung, die von heute an als SA bekannt sein würde. Und sie begannen mit dem Angriff. Wie Wolfsrudel, bestehend aus acht oder zehn Personen fielen sie über den Feind her, und nochmal und nochmal. Nach fünf Minuten war alles voller Blut...46
FRANCO, DER BLUTIGE ALLIIERTE HITLERS Der faschistische General Francisco Franco führte Spanien 1936 in einen großen Bürgerkrieg, in dessen Folge täglich im Durchschnitt 500 Menschen starben. Am Ende des Bürgerkrieges hatten ca. 600.000 Menschen ihr Leben gelassen. |
“Als wir ankamen, waren die Opfer halb verhungert. Für ein Geständnis wurden sie tagelang in einem engen Schrank gehalten und sagten uns “das Verhör bestand aus Schlägen mit einer Eisenstange oder Peitsche.” Einige dieser lebenden Skelette lagen mit entzündeten Wunden nebeneinander auf schmutzigen Strohsäcken.
Mit der Machtergreifung der Nazis verringerte sich die Bedeutung der SA und an deren Stelle stieg der Stern der SS, die professionellere und über mititärische Ausbildung verfügende Schutzstaffel. Diese Gruppe trug schwarze Hemden und bestand aus Jugendlichen, die die Kriterien der arischen Rasse deutlich aufwiesen. Die Waffen SS war der militärische Teil der SS. Die Totenkopfdivision der Waffen SS war bekannt für ihre Grausamkeit und sie war es, die das Personal für die Konzentrationslager stellte.
Hitler und Mussolini waren Francos wichtigste Stützen während dieses Krieges. Die Kleinstadt Guernica wurde bei einem deutschen Bombenangriffdem Erdboden gleichgemacht. Links: Hitler und Franco schütteln sich die Hände. |
Auch unter Franco waren Ausbrüche von Tyrannei festzustellen. Franco fiel bereits zu Beginn des Bürgerkrieges durch besonders unbarmherzige Methoden auf. So wurden zum Beispiel in einem kleinen Bergdorf nördlich von Madrid 31 Personen gefangengenommen, weil sie ihre Stimme der Volksfront gaben. Nach dem Verhör wurden 13 Personen auf einen Lastwagen geladen und vor dem Dorf am Wegesrand ermordet. Als die Faschisten in die 11.000 Einwohner große Kleinstadt Loro del Rio einmarschierten, ermordeten sie mehr als 300 Personen. In anderen Städten gingen sie noch grausamer vor, so dass die Anzahl der Toten bis heute nicht genau bekannt ist.48 Franco ließ von seinem eigenen Volk Hunderttausende ohne Rücksicht auf Alte, Frauen und Kinder ermorden. Zusammen mit den Freiwilligen bezahlten auf beiden Seiten nahezu eine Million Menschen den Krieg mit ihrem Leben. In dem Buch Wer war Franco? Was war Falangismus? wird die Situation in Spanien folgendermaßen beschrieben:
“Tausende von Menschen wurden gefoltert, Frauen, die nicht zu ihren Verwandten zurückkehren wollten, wurden kopfunter aufgehängt, Kinder erschossen und Mütter, die die Folterung ihrer Kinder miterleben mußten, wurden verrückt...”49
Franco führte Spanien in einen großen Bürgerkrieg und war die Ursache von Feindschaft zwischen Brüdern und zwischen Vater und Sohn. Im Durchschnitt starben in diesem Bürgerkrieg täglich an die 500 Personen. Gewaltverbrechen, grausame Morde, Massenfolterungen und unmenschliche Vergehen rissen nicht ab. Der spanische Bürgerkrieg hinterließ ca. 600.000 Tote.
Hitler und Mussolini benutzen Spanien als Testgelände, um Waffen und Soldaten auszuprobieren.50 Am Morgen des 5. Mai 1937 wurde beispielsweise die Kleinstadt Guernica von den Bombern der Nazis eingeebnet.51
Der Kommandeur des Afrikakorps General Erwin Rommel während der Besetzung von Nordafrika im Mai 1942. |
Nach der faschistischen Philosophie kann sich der Mensch nur durch Krieg entwickeln. Aus diesem Grunde sind Militarismus und Kriegführung die deutlichsten Charakteristika des Faschismus. Die faschistischen Parteien bemühten sich, diese kriegerische Seele anzustacheln und mit Uniformen und prunkvollen Aufmärschen die Bevölkerung zu beeinflussen. Nach Mussolinis eigener Aussage ist “Friede schädlich für den Faschismus. Es ist der Krieg, der die Kraft des Menschen auf den höchsten Punkt bringt.”52
In einer anderen Rede drückte Mussolini seine Ablehnung des Friedens folgendermaßen aus: “Der Faschismus lehnt es ab, dass sich die ganze Welt umarmt.”53
Wegen dieser Ideologie fügte Mussolini sowohl der eigenen Bevölkerung wie auch den Menschen in den besetzten Ländern großes Leid zu. 1935 besetzte er in der Vorstellung, das Römische Reich wieder auferstehen zu lassen Äthiopien und ermordete in unbarmherziger Weise 15.000 Muslime. Er befahl die Zivilbevölkerung, die sich der Besetzung entgegenstellte ohne zu zögern zu erschießen und beging grausame Verbrechen, bei denen auch Zivilisten mit Giftgas getötet wurden.
Eines der deutlichsten Beispiele faschistischer Besatzungspolitik ist ohne Zweifel Nazideutschland. So wurde der 2. Weltkrieg mit der Behauptung angestiftet, dass jenseits der Grenzen Deutschlands “Lebensraum” notwendig sei. Innerhalb kurzer Zeit besetzte die deutsche Armee Polen, Belgien, die baltischen Länder, Frankreich, den Balkan und Nordafrika. In Russland kamen die Deutschen fast bis nach Moskau und schwenkten dann zum Kaspischen Meer. Dieser Wahnsinn, der sowohl für die Deutschen als auch für andere Nationen in einer großen Katastrophe endete, brachte insgesamt 55 Millionen Menschen den Tod und ist der blutigste Stempel, den der Faschismus dem 20. Jahhundert aufdrückte.
DIE BESETZUNG ÄTHIOPIENS DURCH ITALIEN Mussolini besetzte im Jahr 1935 Äthiopien in dem Wahn, das “Römische Reich” wiederzuerwecken. 15.000 unschuldige Muslime wurden von den italienischen Einheiten ermordet. Mussolini befahl nicht nur, die Widerstand leistende einheimische Bevölkerung ohne Zögern zu erschießen, er vergiftete auch die Zivilbevölkerung mit Giftgas. Links: Von den faschistischen Besatzern erhängte sechs Muslimische Äthiopier. Faschistische Propaganda: Die italienische Belagerung wurde als ein Transfer der überlegenen italienischen Kultur an Äthiopien dargestellt. |
Das deutlichste Beispiel faschistischer Besetzungspolitik ist Nazideutschland. |
| Das Standbild von Ferruccio Vecci, genannt “Die aus dem Kopf des Duce sprühende Herrschaft” |
Das fehlgeleitete Kunstverständnis des Faschismus |
Die faschistische Ideologie entfernt die Kunst von allen ästhetischen Werten und macht sie zu einer Propagandamaschine. Ebenso wie das “Freundschaft” genannte Gemälde des deutschen Malers Helmut Ullrich, dessen Themen der “heldenhafte deutsche Krieger” und “das die arische Rasse vertretende Kind” sind. |
Auf der anderen Seite ist es unmöglich, mit einer an Tyrannei und Unbarmherzigkeit gewöhnten, starren und unbeweglichen Seele Kunst zu schaffen. Ein Mensch, der an Aggressivität und rohe Gewalt glaubt, der überzeugt ist von der Notwendigkeit des Blutvergießens und der die Welt als einen Kriegsschauplatz und eine Arena betrachtet, in der nur der Starke das Recht zum Leben hat, ein solcher Mensch wird von den Schönheiten der Natur oder des Menschen wenig beeinflußt sein und deren Feinheiten nicht erkennen können.
Genau dies zeichnet Faschisten aus. Deshalb ist es diesen unmöglich, ein künstlerisches Empfinden zu besitzen. Die faschistische Seele, die in höchstem Maße roh, unverständig und ungebildet ist, betrachtet Kunst als überflüssiges Beiwerk.
Der Widerstand der Faschisten gegen die Kunst geht eigentlich auf die Spartaner zurück, die sie sich selbst als Beispiel aussuchten. In einer Zeit, in der in Athen die Kunst hoch entwickelt war, hielten es die Spartaner für überflüssig, sich künstlerisch zu betätigen und erzogen die Bevölkerung von klein auf zu Kriegern. Den Kindern Spartas war es verboten, sich während ihrer Erziehung mit Lesen und Schreiben oder Bereichen wie der Kunst zu beschäftigen.
Bekanntmachung für eine 1938 von den Nazis organisierte Ausstellung. Ziel der Ausstellung war es, mißliebige Werke auszustellen und diese herabzusetzen. |
IM FASCHISMUS GILT DIE GLEICHUNG “KUNST = KRIEG” Die am meisten verwendeten Themen der Nazikunst waren “Heldentum” und “Krieg”, wie in dem abgebildeten Gemälde “Der Krieger in Polen” von Franz Eichhorst. |
Zu Beginn der 1940er Jahre begann Hitler die Jazzmusik als ein Mittel der Rundfunkpropaganda gegen England und die USA zu benutzen. Zu dieser Zeit war Jazz die Musik, die in beiden Ländern am meisten gehört wude. Die Nazis brachten die berühmtesten Jazzspieler Europas zusammen. Als erstes wurden deren Namen ins Deutsche übersetzt. Die Texte der Lieder beschrieben die Stärke Deutschlands. Das Abspielen dieser Version von Nazi-Jazz wurde nur als Propaganda für den Westen benutzt und war im deutschen Rundfunk selbstverständlich verboten.
Ein Beispiel für den faschistischen Wortlaut:
“Du bist der Größte ... Du bist ein deutscher Pilot ... Du bist das Feuer eines Maschinengewehrs ... Du bist der heldenhafte Soldat eines U-Bootes. Du bist der Größte... Du bist ein deutsches Bombardement ...”54
Wandgemälde, das italienische Künstler 1940 auf Wunsch der faschistischen Führung im Eingangsbereich der Universität Padua erstellten. |
Ein weiteres Ziel faschistischer Kunst ist die Darstellung des Führers in einem heiligen Gewand. Das “Fahnenträger” betitelte Hitlergemälde von Hubert Lanzinger erfüllte genau diesen Zweck. |
Hitler war der Ansicht, dass es die Aufgabe der Kunst sei, bestimmte politische Aussagen zu treffen und damit die Überzeugung der Bevölkerung zu formen. Für Hitler bestand Kunst aus der Darstellung von Landleben, Gesundheit und der arischen Rasse. In einer Rede ließ er sich folgendermaßen über seine Ansicht zu Kunst und Künstlern aus:
“Wir werden die Künstler entdecken und fördern, die dem deutschen Volk wirkungsvoll den Stempel der deutschen Rasse aufdrücken können. Diese drücken in ihren Bildern die Seele des Volkes und deren Ideale aus.”56
Es ist klar, dass Kunst und wissenschafliche Arbeiten von Menschen, die unter einem faschistischen Regime leben, in höchstem Maße leiden. Wird demgegenüber in einer Gesellschaft die Religion in ihrer wahren Bedeutung gelebt, dann erlebt die Kunst einen kometenhaften Aufstieg. Da gläubige Menschen wissen, das das Universum und alle Lebewesen von Gott erschaffen wurden, erkennen sie an allem nur das Schöne. Sie sehen die Schöpfungskunst Gottes und empfinden dafür große Bewunderung. Menschen, Tiere und Pflanzen erkennen sie als von Gott geschaffene Wesen, wissen deren Wert, lieben diese und bemerken deren Schönheiten und Feinheiten. Die größten Kunstwerke der Geschichte entstehen durch die Inspiration, die den Künstlern durch religiöse Begriffe eingegeben wurde.
Beweise hierfür sind in Reden und Ansprachen faschistischer Führer zu finden. So erniedrigte zum Beispiel Mussolini Frauen ganz offen in einem Gespräch mit einem Journalisten des französischen Journal am 12. November 1922.
“Es wird darüber gesprochen, dass ich beabsichtige, das allgemeine Wahlrecht einzuschränken. Nein! Jeder Bewohner wird das Stimmrecht, das er für das römische Parlament besitzt, bewahren... Außerdem gestehe ich ihnen, dass ich nicht daran denke, Frauen das Stimmrecht einzuräumen. Dies hat keinen Nutzen. Mein Blut ist bei der Beteiligung von Frauen an Staatsgeschäften gegen jegliche Art von Feminismus. Selbstverständlich darf eine Frau kein Sklave sein, wenn ich Frauen aber das Wahlrecht erteile, werde ich ausgelacht. In unserem Staat dürfen Frauen nicht zählen.”57
Als in den 1930er Jahren die große Wirtschaftskrise begann, befahl Mussolini, dass Frauen aus ihren Arbeitsverhältnissen auszuscheiden hätten. Denn er betrachtete Frauen als “die Diebe, die den Männern das Brot aus der Hand nehmen und die Schuldigen für die Unproduktivität der Männer.”58 Die wichtigste Aussage bezüglich dieser Einstellung des Duce zu den Frauen spiegelt sich in einer Aussage wider, die er 1932 gegenüber der französischen Journalistin Helene Grosset machte:
Der Faschismus behandelte Frauen mit Feindschaft und betrachtete sie als unterlegen. |
Die Einschränkungen für Frauen blieben nicht aufs Berufsleben beschränkt, sondern zeigten sich auch in der Schulbildung. So wurde zum Beispiel mit einem Beschluß vom 30. Januar 1927 der Literatur- und Philosophieunterricht für Gymnasiastinnen verboten. Ein weiterer Beschluß von 1928 legte der Schulbildung von Mädchen rechtliche Hindernisse in den Weg; Frauen wurde verboten Mittelschuldirektorinnen zu werden und Mädchen in Mittelschulen und Universitäten mußten doppelt so viel Gebühr bezahlen.
In der Verordnung, die Mussolini am 28. November 1933 dem Parlament vorlegte stand folgendes geschrieben: “Die Staatsorgane sind bevollmächtigt, in Anzeigen zur Einstellung von staatlichen Angestellten Bedingungen zu formulieren, mit denen Frauen ausgeschlossen werden... Eine Obergrenze zur Beschränkung des Frauenanteils bei staatlichen Behörden ist Vorschrift.”60 Die Verordnung vom 1. September 1938 besagte, dass der Anteil von Frauen im öffentlichen Dienst 10% nicht übersteigen darf.
In Nazideutschland war der Frauen zugewiesene Status als Bürger zweiter Klasse noch offensichtlicher. Das deutsche Nationale Erziehungsministerium hatte beschlossen, dass nur 10% aller Abiturienten Mädchen sein dürfen. 1934 wurde nur 1.500 Mädchen von insgesamt 10.000 Abiturientinnen die Erlaubnis erteilt, eine Universität zu besuchen. 1929 gab es 39 nationalsozialistische Lehrinstitute, doch nur zwei davon waren für Mädchen. Man erließ Gesetze, die die Teilnahme am Lateinuntericht an an den Gymnasien für Mädchen untersagte.61
Diese Verordnungen repräsentierten nicht einfach eine Sozialideologie oder lediglich Regelungen um eine Arbeitsteilung zu ermöglichen, sie waren die Implementierung des biologischen Dogmas des Nationalsozialismus.
Maria A. Macciocchi, Autorin von Eléments pour une Analyse du Fascisme (Elemente einer Analyse des Faschismus), kommentiert, in den Augen der Nazis seine Frauen den Tieren zuzurechnen gewesen.62 Einer solchen Philosophie entsprechend waren Frauen eine primitive Rasse auf einer unteren Ebene, biologisch ausgedrückt.63
In seinem Buch The Descent of Man (Die Abstammung des Menschen) schrieb Darwin, dass Frauen in Bezug auf Wahrnehmungsfähigkeit, Auffassungsgabe und Nachahmen “die Eigenschaften von unterlegenen Rassen aufweisen und aus diesem Grund einer älteren und unterlegeneren Kulturstufe angehören.”64 Mit Darwins eigenen Worten bedeutet Evolution, dass die Mitglieder einer Art – insbesondere die Männer – kämpfen, um die andere Art unter ihre Herrschaft zu bringen.65
In The Descent of Man (Die Abstammung des Menschen) schrieb Darwin auch, „... der Mann ist körperlich und geistig stärker als Frauen, und in seinem wilden Stadium hält er die Frau in viel größerer Knechtschaft, als die Männchen irgendeines anderen Tieres; daher ist es nicht überraschend, dass seine Macht wuchs durch die Selektion.“66 Evolution war in der Hand der Männer, und die Frauen waren im Wesentlichen passiv. Als Resultat haben sich die Frauen weniger entwickelt und waren primitiver, weswegen Frauen von Instinkten und Emotionen dominiert waren, was ihre größte Schwäche war.67
Darwin beharrte sein Leben lang auf dem Glauben, dass für die Evolution die Überlegenheit des Mannes wichtig sei. Diesbezüglich verwies er auf die Theorien seines Cousins Francis Galton und meinte:
“Der Hauptunterschied zwischen der intellektuellen Kraft der beiden Geschlechter, sei es nun tiefes Nachdenken, gesunder Menschenverstand und Imaginationskraft, oder nur der Gebrauch von Sinnen und Händen, liegt darin, dass in allen Bereichen der Mann der Frau weit überlegen ist. Würde man zwei Listen anfertigen mit den Namen von Männern und Frauen, die auf den Gebieten von Dichtung, Malerei, plastischer Kunst, Musik (sowohl Komposition wie auch Vortrag) Geschichte, Wissenschaft und Philosophie berühmt sind, dann wäre diese Liste nicht zu vergleichen. Wie wir auch aus dem Gesetz von der Abweichung vom Mittelmaß ableiten können, das Herr Galton in seinem Buch Hereditary Genius so schön erklärte, ist es nur zwingend, dass, wenn Männer in zahlreichen Bereichen Frauen auf jeden Fall überlegen sind, auch die durchschnittliche Geisteskraft des Mannes derjenigen der Frau überlegen ist.”68
Die Rolle der Frau in der Ehe beschreibt Darwin folgendermaßen: “Ständige Freundschaft (eine Freundschaft, die bis ins Alter reicht), jemand, der sich um einen bemüht, jemanden, den man liebt und mit dem man spielt - besser als ein Hund - jemand der die Verpflichtungen des Haushaltes auf sich nimmt...”69 Es ist leicht zu erkennen, das Darwin Familie und Frauen gegenüber eine materialistische Einstellung hatte. In dieser war für Liebe, Achtung, Bindungund Güte kein Raum.
Auch der Professor für Naturgeschichte an der Universität Genf, Carl Vogt, vertrat Frauen gegenüber eine geringschätzige Einstelltung. Er schrieb folgendermaßen: Die weiblichen Mitglieder der menschlichen Rasse sind den Männern stark unterlegen, sie sind näher an den Tieren. Aus diesem Grunde würden wir verstärkt die Eigenschaften eines Affen antreffen, würden wir uns als Standard eine Frau nehmen.70
Zahlreiche Evolutionisten, die auf Darwin folgten, setzten die Behauptung der biologischen Unterlegenheit der Frauen fort. Einige Evolutionisten klassifizierten Männer und Frauen sogar als zwei verschiedene Arten. Die Männer seien homo frontalis die Frauen homo parietalis.71 Eine Evolutionistin, Elaine Morgan, bemerkte, dass Darwin Männer zur Erforschung der Gründe motiviert habe, warum Frauen „eindeutig minderwertig und subordinant“ seien.72
Der Evolutionär und Physiker Paul Broca (1824-1880) von der Universität Paris interessierte ich insbesondere für die Unterschiede des Gehirnvolumens von Frauen und Männern. Das relativ kleinere Volumen von Frauen brachte er mit deren niedrigerer Verstandeskraft in Verbindung.
Ein Nachfolger Darwins, der Sozialpsychologe Gustave Le Bon (1841-1932) schrieb dagegen folgendes:
Die Gehirne der Frauen sind näher am Gehirn eines Gorillas als die der Männer. Die Zugehörigkeit der Frauen zu einer untergeordneten Rasse ist so offensichtlich, dass niemand deren Richtigkeit bestreiten kann; lediglich der Grad gibt Anlaß zu Diskussionen... Frauen vertreten die niedrigste Stufe der Evolution und sind Kindern und Wilden näher als Erwachsene und kultivierte Männer. Treulosigkeit, Inkonsequenz, Mangel an Denkfähigkeit und Logik herrschen vor. Zweifellos gibt es Frauen, die überlegener als durchschnittliche Männer sind; diese sind jedoch von Geburt aus häßliche Dinger. Wie zum Beispiel ein zweiköpfiger Gorilla; im Endergebnis kann man dies vollkommen außer Acht lassen.”73
Der Grund für die Minderwertigkeit und Geringschätzung der Frauen im Faschismus liegt in den entsprechenden pseudowissenschaftlichen Einflüsterungen des Darwinismus. Dies spiegelt sich ebenso in der Aufhebung sozialer Rechte für Frauen unter Mussolini wider, wie in den “Zuchtanstalten” Hitlers, in denen junge Mädchen gewaltsam zu Beischlaf mit SS-Offizieren gezwungen wurden, um die “überlegenen Menschen” zu vermehren. Darwinisten und Faschisten sind Frauenfeinde. Sie erklärten Frauen zu einer minderwertigen und zurückgebliebene Rasse und schätzten sie gering.
Diese Einstellung der Faschisten ist dem Quran genau entgegengesetzt. Gott befahl im Quran Frauen gegenüber in höchstem Maße gütig, aufmerksam und beschützend zu sein. Daneben zeigte er den Menschen Mutter Maria und die Frau des Pharao als Beispiel für Frauen von außerordentlicher Moral. Vor Gott hat Außerordentlichkeit nichts mit Menschenrasse, Geschlecht oder Rang zu tun, sondern vielmehr mit der Glaubenskraft und Nähe zu Gott. Gott teilt im Quran mehrmals mit, dass alle Gläubigen – ohne Unterschied zwischen Mann und Frau – die vollkommene Gegenleistung für ihre Taten erhalten werden:
Mit der Aufgabe der Religion und der Wahrheit konnte sich ein Aberglaube wie der Darwinismus entwickeln, mit dem jede Art von Rassen- und Geschlechterdiskriminierung legalisiert wurde.Und ihr Herr antwortet ihnen: "Siehe, Ich lasse keine Tat von euch verloren gehen, sei es von einem Mann oder einer Frau... " (Sure 3:195 – Al-’Imran)Wer aber Rechtes tut, sei es Mann oder Frau, und gläubig ist, jene sollen ins Paradies eingehen und nicht um eine Rille im Dattelkern Unrecht erleiden. (Sure 4:124 – an-Nisa)Wer das Rechte tut, und gläubig ist, sei es Mann oder Frau, dem werden Wir ein gutes Leben geben. Und Wir werden ihn nach seinen besten Werken belohnen. (Sure 16:97 – an-Nahl)
Homosexualität war in der heidnischen Gesellschaft eine ganz legale Verhaltensweise, vor allem bei den alten Griechen, der Inspirationsquelle der Nazis. Das 1937 von Jost Harek angefertigte “Freundschaft” titulierte Standbild, das die sexuelle Auffassung der Nazis deutlich widerspiegelt. |
Diese wenig bekannte, aber wichtige Verbindung zwischen Faschismus und Homosexualität reicht zurück bis ins alte Sparta.
Die deutlichste Eigenschaft des Polytheismus ist das Fehlen der von Gott offenbarten moralischen Kriterien und Regeln. Aus diesem Grund konnte sich in der heidnischen Welt mit Leichtigkeit jegliche Art von sexueller Abweichung entwickeln. Dabei nahmen die alten griechischen Stadtstaaten eine Spitzenstellung ein. In Athen und Sparta betrachtete man Homosexualität als völlig normale und legale Beziehung, ja sogar als besonderen Verdienst.
Insbesondere in Sparta hatte der Begriff “Männlichkeit” eine ganz besondere Bedeutung und Homosexualität wurde unter dem Namen “Männerliebe” als ein intelligentes Verhalten betrachtet. Die Soldaten Spartas waren davon überzeugt ihre Kräfte durch sexuelle Beziehungen untereinander zu erhöhen. Der Historiker Plutarch, der von 50-120 v. Chr. in Chaironeia lebte schrieb, dass die 300 Mann starke besondere Kampftruppe eigentlich aus 150 Liebespaaren bestand.74 Die stärksten Knaben Spartas, die das 12. Lebensjahr vollendet hatten, wurden zum Heer eingezogen und dort als erstes von den erfahrenen Soldaten vergewaltigt. Man glaubte, dass diese perversen Beziehungen die größte Kraftquelle für die Kriegerkultur Spartas und die Leidenschaft des militärischen Blutvergießens seien.
Diese häßliche und perverse Kultur wurde im 19. Jahrhundert durch den Neo-Polytheismus erneut belebt und fand sein bedeutendstes Zentrum in Deutschland. Der Führer dieser Strömung, Adolf Brand gründete 1902 gemeinsam mit den Päderasten Wilhelm Jansen und Benedict Friedlander die Gemeinschaft der Eigenen. 1904 veröffentlichte Friedlander ein Buch mit dem Titel Renaissance des Eros Uranios, auf dessen Titelseite sich die Abbildung eines halbnackten griechischen Jugendlichen befand. Im Buch beschrieb Friedlander ihre Ziele folgendermaßen:
Unter den Nazis waren derart viele Homosexuelle, dass die Nazipartei förmlich einem Club für Homosexuelle glich. Oben: SS-Chef Heinrich Himmler mit seinen Offizieren. |
Unter den Nazis waren derart viele Homosexuelle, dass die Nazipartei förmlich einem Club für Homosexuelle glich. Oben: SS-Chef Heinrich Himmler mit seinen Offizieren. |
Diese Gedanken sind nichts anderes als die Gedanken der Nazis.
Denn die Nationalsozialistische Partei war schließlich nichts anderes als ein “Club für Homosexuelle”.
Diese Tatsache wurde in dem 1995 von Scott Lively und Kevin Abrams verfassten Buch The Pink Swastika: Homosexuality in the Nazi Party (Das Rosafarbene Hakenkreuz: Homosexualität in der Nazipartei) in einer breit angelegten Untersuchung dargelegt. In dem Buch wurden sowohl Strömungen und Vorläufer der Nazis als auch die leitenden Kader der Nazipartei selbst untersucht und dabei zahlreiche Kadermitglieder mit homosexuellen Veranlagungen ausgemacht. Historische Belege dokumentieren ausserdem, dass das Verbot der Homosexualität durch die Nazis und die Verbringung von Homosexuellen in Konzentrationslager lediglich der Verheimlichung der Entartung des nationalsozialistischen Generalstabs diente. Unter den als homosexuell bekannten befanden sich u.a. der SA Führer Ernst Roehm, der Gestapo Chef Reinhard Heydrich, der Reichsluftfahrtminister Hermann Göring, Rudolf Hess, Der Leiter der Hitlerjugend Baldur von Schirach, der Finanzminister Walther Funk und der Kommandeur der Landsteitkräfte Freiherr Werner von Fritsch. Des weiteren wurden Beweise gefunden, dass auch SS Chef Heinrich Himmler und Adolf Hitler selbst homosexuelle Neigungen hatten.77
The Pink Swastika konnte weiterhin nachweisen, dass diese Perversion nicht auf die Nazis beschränkt war, sondern dass sich in den Vereinigten Staaten unter den Führern einiger neonazistischer und rassistischer Organisationen zahlreiche Homosexuelle befinden, und dass diese Veranlagung ein Charakterzug des Faschismus ist. Die faschistischen Heiden praktizieren die Perversität, die, wie im Quran beschrieben, vom Volk Lots ausgeführt wurde.
Allerdings sollten diejenigen, die diese Perversität praktizieren, nicht das Ende des Volkes Lots vergessen, welches im Quran folgendermaßen beschrieben ist:
Und Lot als er zu seinem Volke sprach: "Wollt ihr Schändlichkeiten begehen wie kein Geschöpf zuvor? Wahrlich, ihr kommt mit Sinneslust zu Männern statt zu Frauen! Ja, ihr seid ein ausschweifendes Volk!" Doch die Antwort seines Volkes war, lediglich zu sagen: "Treibt sie aus euerer Stadt hinaus. Das sind fürwahr Leute, die sich als rein ausgeben." Und Wir retteten ihn und seine Familie, außer seiner Frau, die zurückblieb. Und Wir ließen einen Regen auf sie regnen. Sieh nur, wie das Ende der Sünder war. (Sure 7:80-84 – al-A’raf)